
Ja, wo ist er denn? Ja, wo ist denn unser Koki?
Welch lustige Frage, fürwahr!
Koki war ein ganz außergewöhnlicher Nymphensittich. Er wurde 16 Jahre alt und lebte im Schrank.
Im Schrank?
Jawohl!
Aber nicht, weil er dort eingesperrt wurde, sondern weil er sich diesen als sein Zuhause auserkoren hatte.
Wehe, man wollte ihn in den hässlichen Käfig sperren, da wurde Koki böse und fing an zu fauchen!
Nein, Koki wollte im Schrank wohnen.
Aber nicht einfach so in einem Fach eines Schrankes, keineswegs, iwo, sondern schön hinter der Schranktür.
Er hatte also in der Schrankwand sein Zuhause, in einem kleinen Schrankabteil mit Tür.
Immer am Abend zeigte er an, dass er da wieder hinein wollte und ging die Tür auf, war er schwupps schon im Schrank.
Und wenn man vergaß, die Schranktür zu schließen, da fauchte er wieder böse.
Also schloss man irgendwann die Schranktür und Koki fühlte sich dahinter wohl.
Und am Morgen, wenn man die Tür zu zeitig öffnete, während Koki noch schlafen wollte, sprang er in die Höhe und fing wieder an zu fauchen.
Und wenn man ihm sein Wassernäpfchen weg nahm (um es zu reinigen und das Wasser zu tauschen), dann verteidigte er mit einem Fauchen sein Revier.
Wenn es sein musste, fauchte Koki wie ein Löwe! Wer sich nicht benahm, bekam es mit ihm zu tun. So manchen hat Koki gezähmt.
Aber er war auch lieb zu allen, die zu ihm lieb waren. Und dann kam er und setzte sich neben einen und gemeinsam sah man fern.
Heute steht Koki für eine Abkürzung und bei dieser wird der letzte Buchstabe eigentlich groß geschrieben, also so: KokI.
Und diese Abkürzung steht für „Kreativität ohne künstliche Intelligenz“.
Wir sind fest der Meinung, dass KI eine tolle Sache ist, um Menschen zu helfen.
Was sie aber nicht sein sollte, ist ein Ersatz für Kreativität.
Seit dem Homo rudolfensis, der wahrscheinlich ersten Menschenart, zeichnet sich unsere Spezies durch Kreativität aus, durch das sogenannte abstrakte Denken.
Nur dadurch können wir Dinge erfinden, Witze machen, Kunst in allen Formen schaffen, kreativ sein.
Kreativität ist die Manifestation der Menschlichkeit, der Seele. Es ist das tiefste Innere eines jeden Menschen.
Wenn wir die Kreativität der KI überlassen, entfremden wir Menschen uns von uns selbst, wir lassen uns ersetzen.
Das ist etwas, das wir nicht für erstrebenswert erachten.
Wir lieben KI, wenn sie unser Leben vereinfacht, aber wir sehen in ihr keine Menschen.
Wir lieben auch Griesbrei, aber auf den Grill werfen würden das Zeug nicht.
Ach, und noch etwas lieben wir: Unseren Koki!
Und dieses kleine Versprechen der „Kreativität ohne KI“ wollen wir unserem Koki widmen.
